Kraftpaket schneidet und biegt noch stärkere Rundstähle

Lauchhammer. Binnen weniger Monate ist in dem mittelständischen Unternehmen Stahlverarbeitung Hoffmann GmbH in Lauchhammer-West die zweite große Investition in Betrieb genommen worden. Der neuen Produktionshalle folgte jetzt eine leistungsstarke Richtschneide- und Biegeanlage. Es ist die einzige dieses Typs in Deutschland.

Wenn dieses Kraftpaket “zupackt”, dann biegt sich bis zu 25 Millimeter starker Rundstahl so leicht wie Aluminiumdraht in der Hand. Dieser Tage präsentierte die Firma Stahlverarbeitung Hoffmann GmbH aus Lauchhammer-West Fachpublikum ihre neue Richtschneide- und Biegeanlage MSR 25. Diese kann Rundstähle schneiden und, je nach Auftrag, in die entsprechende Form bringen. “Derzeit arbeiten bei uns drei Maschinen, die dieselben Aufgaben lösen, jedoch nur mit Rundstählen bis zu einem Durchmesser von 16 Millimetern”, ordnet Geschäftsführer Thomas Hoffmann die neue Technik ein.

Die MSR 25 sei derzeit die einzige Maschine ihres Typs, die in Deutschland ihre Arbeit verrichtet. “Die ersten Ideen für die Neuanschaffung solch einer Anlage liegen gut zweieinhalb Jahre zurück. So richtig spruchreif wurde es erst vor zehn Monaten, als ich auf einer Messe mit Vertretern des Herstellers ins Gespräch kam”, so der Geschäftsführer weiter. Die Ingenieure der Firma Progress schafften es innerhalb eines halben Jahres, ihre Maschinen so zu konzipieren, dass der Kundenwunsch aus Lauchhammer realisiert werden konnte. In etwas abgewandelter Form gebe es solch eine Richtschneide- und Biegeanlage nur noch in Spanien.

Die neue Maschine ist eine Weiterentwicklung der MSR 20, mit der Betonstahl bis 20 Millimeter bearbeitet werden kann.

“Wir stellen unser Lager von Stangen auf Rollenware um. Dadurch können wir effektiver mit dem Rohmaterial arbeiten. Abfall wird dadurch vermieden, da wir die entsprechenden Längen von der Rolle nehmen”, verrät Schweißfachmann Detlef Glaser. Auf den angelieferten Rollen, die in den Stärken sechs, acht, zehn, zwölf, 14, 16 und 20 Millimeter verarbeitet werden, befinden sich je nach Stärke Längen von 1,2 bis neun Kilometer. Sie haben ein Gewicht von 2,5 bis 5 Tonnen.

Auf Schienen gelangt das auf den Richtschneide- und Biegenmaschinen bearbeitete Material in die neue, erst im Dezember eingeweihte Produktionshalle mit einem Flächenmaß von 55 mal 17 Metern. Verschiebewagen mit oben aufgesetzter Sammelpalette können einmal innen und einmal außen entlang in die neue Halle gebracht werden.

Dort werden die zugeschnittenen und gebogenen Rundstähle im MAG-Schweißverfahren zum Beispiel zu Bewehrungskörben formstabil zusammengefügt. Abnehmer der gefragten Produkte aus Lauchhammer sind unter anderem mehrere Betonwerke in Deutschland, darunter auch in Lauchhammer selbst.

Die Investitionen, die die mittlerweile 55 Beschäftigte zählende Firma Stahlverarbeitung Hoffmann GmbH zuletzt gestemmt hat, belaufen sich nach Auskunft des Geschäftsführers auf 1,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Halle, die neue Anlage und weitere Einbauten.

[Quelle: Mirko Sattler/sam1 | LR vom 07.04.2014 | Foto: Mirko Sattler/sam1]